Ehre durch Kampf - Kampf um Ehre
»Die schönste
unter allen Blüten ist die Kirsche. Der edelste unter den Menschen
ist der Samu-
rai«. So beschreibt ein Sprichwort die Kriegerkaste der japanischen
Feudalzeit. Viele Sagen
und Legenden ranken sich um die Elitekämpfer. Große Vaterlandsliebe,
absolute Todesver-
achtung,
Verehrung des Kaisers und treue Ergebenheit gegen-
über dem Shôgun, das sind die Tugenden, die »Bushidô«
- den Ehrenkodex der Samurai begründen. Der sinngemäß
als »Weg des Kriegers« zu übersetzende Moralkodex beinhaltete
diese unge-schriebenen Verhaltensregeln, die ein Samurai (wörtlich
»jemand der dient«) ein Leben lang zu befolgen hatte.
Der Aufstieg der Kriegerkaste ist eng mit dem Reprivatisierungs-
prozeß des öffentlichen Landbesitzes im 10. Jahrhundert verbun-
den. Die Verwaltung des Kaiserhofes war nicht mehr in der Lage
diese Landgebiete zu kontrollieren. Es wurden lokale Machthaber
in den einzelnen Provinzen eingesetzt und mit polizeilichen Voll-
machten von der Zentralregierung ausgestattet. Es entstanden
kleine,
schlagkräftige Truppen. Aus
kriegerischen Siedlern, ange-worbenen Bauern und den Geschlechtern des
Provinzadels wurden nach und nach die berühmten Krieger jener Zeit
- die Samurai.