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Die
Geschichte des Bonsai
Die heute weltweit geschätzte Kunst des Bonsai, des »Baumes
in der Schale«, ist wohl chinesischen Ursprungs. Seit dem
11. Jahrhundert ist sie auch in Japan belegt.
Der Zen-Buddhismus hat sie grundlegend geprägt. Aus Samen oder
Stecklingen be-sonders geeigneter Pflanzen wie Wachol-der, Kiefer,
Fichte, Sicheltanne, mehre-
ren Ahorn-Arten u. a. werden durch Be-schneiden von Trieben und
Wurzeln, durch Biegen der Äste mittels Draht und durch wohldosierte
Nahrungszufuhr in nur wenig Erdreich Miniaturbäume von 20 bis
60 cm
Höhe
gezogen. Schnittstellen müssen dabei so angebracht sein, dass
sie vollkommen verwachsen und unsichtbar bleiben. Draht-bindungen
werden nach einem Jahr gelöst, um das Einschneiden in die Rinde
zu ver-
hindern. Unter der behutsamen Hand sei-nes Züchters wird der
Bonsai in einer fla-chen Schale zu einem Kunstwerk, das in vollkommener
Harmonie mit seiner Umge-bung, einer natürlichen Situation
nach-
gestaltet ist.
Japanische
Tradition
Im Laufe von Jahrzehnten entwickeln sich knorrige, verwachsene Gebilde
ebenso, wie lichte Haine und zarte, blüten- und früch-tetragende
Miniaturbäume, die wie ihre großen Vorbilder das Aussehen
von Jahres-zeit zu Jahreszeit wechseln. Bonsai können mehrere
hundert Jahre alt werden. Man zieht sie in fast jeder japanischen
Familie und vererbt sie von Generation zu Genera-
tion.

IAIDOKAI-Event-Highlight
Am Samstag, den 08. Oktober 2005 veran-
stalteten wir im Budo-Zentrum einen »Bon-sai-Workshop«.
Unter der Anleitung von Manfred Roth aus Oppenau wollten wir eine
ca. 8 Jahre alte »Larix« (jap. Lärche) ge-
stalten: topfen, schneiden und drahten.
Wer
mehr zum genauen Ablauf des Work-
shops wissen möchte, kann sich hier
die Ausschreibung als PDF-Datei herunter-laden.
Vorbereitungen
Manfred erklärte uns zunächst einmal das notwendige Werkzeug
für den Bonsai: Ast- und Drahtschere, Wurzelkralle, Kupferdraht,
Schale und Lehmerde (»akadama«). Jede
Bonsai-Pflanze wird über mehrere Jahre »geschult«.
Das bedeutet, dass Jahr für Jahr die Pflanze ausgegraben wird,
um die Pfahlwurzel ein Stück einzukürzen. Dadurch nähern
sich die Haarwurzeln einer flacheren
Ebene unterhalb der Erdoberfläche die für das Eintopfen
in eine Schale notwendig ist.
Erste Schritte
Als erstes haben wir dann den Wurzelballen ausgekratzt und die unteren
Äste abge-schnitten. Die Zweit- und Drittpflanze wur-den nahe
bei der Hauptpflanze platziert. Ein dicker Kupferdraht, der durch
die Schalen-löcher gezogen wurde, diente als Ersatz
für die Pfahlwurzel. Mit ihm wurden die Pflanzen fest in der
Schale verankert.
»Akadama« ... rote Lehmerde
Als geeigneter Nährboden für fast alle Bon-sai-Arten erweist
sich das »akadama« ge-nannte, körnige Lehmgemisch,
das wir anschließend zwischen die Bonsai-Wurzeln gefüllt
und verdichtet haben. Ein ergiebi-
ges Angießen folgte und beendete damit die Eintopfarbeiten.
Bonsai-Theorie
Bevor wir mit der eigentlichen Gestaltung des Bonsai-Arrangements
beginnen konn-ten, führte uns Manfred in die notwendige Theorie
ein. Hier ging es zunächst um die Pflege des Bonsai, seine
Überwinterung
und die Gestaltungsarten die alle in der Natur zu finden sind.

Ein Miniaturbaum entsteht ...
Die Gestaltung begann mit dem Formschnitt der Äste. Gegenüberliegende
Äste wurden entfernt, die Gesamtform dem natürlichen Vorbild
eines Baumes nachempfunden. Es
folgte der richtige Umgang mit dem Draht. Unterschiedliche Stärken
für unterschied-liche Astdicken. Immer zwei Äste sollten
gleichzeitig gedrahtet werden. Die Drähte sollten sich möglichst
nicht überkreuzen.
Nach einem Jahr behält ein gedrahteter Ast seine Form. Der
Draht muss daraufhin ent-fernt werden, damit er nicht in die Rinde
einwächst.
Erste Erfolge
nach dem Eindrahten der unteren Ebenen zeigte uns Manfred, worauf
wir beim Aus-richten achten müssen. Jeder Baum hat seine charakteristische
Form. Die Äste unserer Lärche sollten - ganz nach dem
natürlichen Vorbild - nach unten ausge-richtet werden.
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Der Wurzelballen wird »ausgekratzt«

Die unteren Äste werden abgeschnitten

Die Zweitpflanze wird vorbereitet

»Akadama« (rötliche Lehmerde) wird eingefüllt

Manuel und Fränk suchen die Rohware aus

Kritische Blicke überprüfen die Ausrichtung

Manfred hilft bereitwillig den »Bonsai-Novizen«

»Der Bonsai soll immer in Deine Richtung zeigen!«

Die Gestaltung entsteht durch das »Drahten«

»Ich bin mal gespannt, ob das klappt!«
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