Japan-Hilfsprojekt »Von Herz zu Herz«

Das Japan-Hilfsprojekt »Von Herz zu Herz« ( 心から心へ jap. »kokoro kara kokoro e« ) wurde durch unseren Trainer John Görmann nur wenige Tage nach der Dreifachkatastrophe in Nordost-Japan vom 11.03.2011 ins Leben gerufen. Wir werden »Von Herz zu Herz« auch weiterhin zeitlich unbefristet fortsetzen. Die nachfolgenden Informationen geben Dir einen Überblick über die Entstehungsgeschichte und die Hintergründe dieser Hilfsaktion.

 

Erdbeben, Tsunami und das Atomunglück von Fukushima

Am 11. März 2011 kam es zur schlimmsten Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in der Geschichte Japans. Die Havarie des Kernkraftwerkes Fukushima Daiichi führte damals zum größten Reaktorunglück in der Geschichte der Atomindustrie. Es entstanden Schäden in Milliardenhöhe. Acht Jahre sind zwischenzeitlich vergangen. Nach aktuellen Informationen aus Japan werden Rückbau und Dekontamination des Atomkraftwerkes mindestens noch weitere 40 Jahre andauern. Rund 73.000 Menschen können bis zum heutigen Tag nicht in ihre Heimat zurück. 53.000 von ihnen leben auch nach dieser langen Zeit immer noch in Behelfsunterkünften.

 

Furchterregende Bilder aus der Katastrophenregion gingen damals um die Welt. Die Berichte aus den Medien machten die Menschen auch in Deutschland sehr betroffen und so startete John am 17.03.2011 bei unserem Iaidô-Training einen ersten Spendenaufruf unter den IAIDOKAI-Mitgliedern. Unser Ziel war es, Verwandte, Bekannte und Freunde um monetäre Unterstützung für die notleidende Bevölkerung in Nordost-Japan zu bitten. Wir beschäftigten uns mit Gedanken eine bedürftige Familie mit dem gesammelten Geld unterstützen zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt war aber noch völlig unklar, wem wir das Spendengeld zuwenden konnten und welche Spendensumme in der darauf folgenden Zeit möglich werden sollte. Bedürftige gab es viele!

 

Durch seinen Japanisch-Lehrer Toshiyasu Imai-Sensei kam John in Kontakt mit Professor Hitoshi Shiwaku von der Tôhoku-Universität in Sendai. Shiwaku-Sensei leitete dort die Fakultät für Kindergesundheitsfürsorge. Mit seinem Expertenteam leistete er in den ersten Monaten wertvolle Hilfe für die teilweise schwer traumatisierten Kinder. John bot Professor Shiwaku an Empfänger der gesammelten Spendengelder zu werden. Dieses Angebot nahm Shiwaku-Sensei dankend an. Was danach geschah, war unfassbar! Unser Hilfsprojekt hatte sich zu einem Spendenmarathon nie geahnten Ausmaßes in unserer Umgebung entwickelt. Bereits am 03.05.2011 konnten wir zwei Millionen Yen – rund 16.500 EUR – auf das japanische Spendenkonto von Shiwaku-Sensei überweisen.

Prof. Shiwaku, Sendai & Prof. Sawada, Fukushima
Prof. Shiwaku, Sendai & Prof. Sawada, Fukushima
Spendenübergabe in Sendai am 06.05.2017
Spendenübergabe in Sendai am 06.05.2017
Überraschungspaket für die Kinder in Ishinomaki
Überraschungspaket für die Kinder in Ishinomaki
Spendenübergabe in Ishinomaki am 07.05.2017
Spendenübergabe in Ishinomaki am 07.05.2017
Shigeki Shibata und John Görmann in Ishinomaki
Shigeki Shibata und John Görmann in Ishinomaki

Erste Spendenhilfe für die Non-Profit-Organisation »Nijiiro-kureyon« in Ishinomaki

Die ersten Gelder stellte Professor Shiwaku dem Kinderhilfswerk »Nijiiro-kureyon« in Ishinomaki zur Verfügung. Dieser Ort wurde sehr schwer vom Tsunami getroffen. Von den rund 18.500 Opfern der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe waren allein in Ishinomaki 4.000 Menschenleben zu beklagen. Gründer und Leiter der Non-Profit-Organisation »Nijiiro-kureyon« war Shigeki Shibata-san. Sein Ziel war es für die Kinder von Ishinomaki einen Zufluchtsort einzurichten, an dem sie Fürsorge und Ablenkung von den schrecklichen Erlebnissen durch Spiel- und andere Beschäftigungstherapien erleben durften.

 

Unterstützung der Non-Profit-Organisation »ICA Fukuko« in Fukushima

Ein Jahr nach der Katastrophe lernte John durch die Vermittlung von Professor Shiwaku Professorin Kazumi Sawada in Fukushima kennen. Sie ist bis heute Leiterin der Nonprofit-Organisation ICA Fukuko (Foster Care for Infants, Children and Adolescents in Fukushima).

 

Es gibt in Fukushima acht Kinderheime mit mehreren hundert Kindern, um die sich Professorin Sawada mit ihrem Team kümmert. Die Kinder in diesen Heimen wurden damals nach der Katastrophe nicht evakuiert! Sie sind noch über viele Jahre tagtäglich den Gefahren radioaktiver Substanzen in ihrer unmittelbaren Umgebung ausgesetzt. Umfangreiche Strahlungspräventionsmaßnahmen und Untersuchungen der Strahlenbelastung werden noch über Jahre hinweg notwendig sein. Nach wie vor sind nicht alle Maßnahmen durch öffentliche Kostenträger gedeckt. Unsere monetäre Spendenunterstützung hilft diesbezügliche Aktivitäten schneller umsetzen zu können. Mit unserem letzten Spendenbeitrag konnte ICA Fukuko unter der Leitung von Professorin Sawada ein Gesundheitstagebuch für alle Kinder im Heim »Mori no kaze gakuen« (児童養護施設 森の風学園) in Fukushima erfolgreich einführen. In diesen digitalen Aufzeichnungen werden Gesundheits- und Untersuchungsdaten der Kinder festgehalten. Diese Digitaldaten werden die Kinder auch zukünftig bis zur Entlassung aus dem Heim begleiten und dauerhaft zur Verfügung stehen.

 

Durch den intensiven Austausch mit seinen Ansprechpartnern in Japan wird John immer wieder mitgeteilt, wie dankbar man in Japan für die Unterstützung auch nach dieser langen Zeit immer noch ist. Es ist in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden, Spenden für unsere Kinderhilfsaktion zu sammeln, zumal die Katastrophe vom März 2011 schon viele Jahre aus dem Interesse der Öffentlichkeit verschwunden ist. Aber es treffen in unregelmäßigen Abständen doch noch Spenden zur Unterstützung der Kinder in den Kinderheimen Fukushimas ein. Dieses Projekt »lebt« nach dieser langen Zeit durch die Weitergabe der Information, dass wir diese Hilfe weiterhin fortsetzen möchten.

 

Spendenflyer mit Informationen in kompakter Form

Möchtest Du uns dabei helfen die Informationen über das Japan-Hilfsprojekt »Von Herz zu Herz« weiterzugeben? Wir würden uns sehr darüber freuen! Vielleicht finden wir durch Deine Hilfe auch zukünftig noch Spender und Unterstützer für unsere Aktion. Nachfolgend findest Du in kompakter Form die wesentlichen Informationen zu unserem Hilfsprojekt in deutscher, englischer und japanischer Sprache als PDF-Datei zum Download. Möglicherweise kannst Du diesen Flyer über Mail weiterleiten, oder in den Sozialen Netzwerken veröffentlichen. Herzlichen Dank im Voraus für Deine Unterstützung!

Möchtest Du helfen? Weitere Informationen und Spendenkontodaten findest Du in unserem Spendenflyer.

 


Would you like to help? Information and our donation account details can be found in our donation information.

 


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Ausgewählte Veröffentlichungen zu unserem JAPAN-Hilfsprojekt

Mit dem fortschreitenden Neuaufbau unserer IAIDOKAI-Homepage werden wir auf dieser Seite zukünftig verschiedene Veröffentlichungen aus der mittlerweile 8-jährigen Chronik unserer Hilfsaktion zum Download zur Verfügung stellen. Wir werden den Umfang dieser Informationen in den kommenden Wochen weiter ausbauen und vervollständigen. Es ist auch eine Fotodokumentation in Planung.


»Die vergessenen Kinder des Tsunami«

Mittelbadische Presse

vom 07.08.2014

»Ihr wurdet nicht vergessen!«

Mittelbadische Presse

vom 10.03.2017

Spendenübergabe in Sendai

und Ishinomaki am

06./07.05.2017